Dobermann Welpe: Aufzucht, Wesen und was man wissen muss

Kurz gesagt: Ein Dobermann-Welpe braucht konsequente, freundliche Führung, umfangreiche Sozialisierung und kontrollierte Bewegung während des Wachstums. Die Rasse ist hochsensibel und lernfähig – und in mehreren Bundesländern durch Hundegesetze betroffen. Vor dem Kauf ist die Rechtslage am Wohnort zu klären.

Der Dobermann gilt als „Hund am seidenen Faden“ – er reagiert stark auf die Stimmung seines Menschen.

Herkunft und Wesen

Die Rasse entstand Ende des 19. Jahrhunderts in Thüringen; Namensgeber ist der Steuereintreiber Friedrich Louis Dobermann, der einen wehrhaften Begleithund wollte.

Heute beschreibt der Rassestandard einen mittelharten, aufmerksamen, anhänglichen Hund mit ausgeprägter Bindung an die Familie und guter Führigkeit.

Er ist sensibel: Harte Erziehung beschädigt ihn, Unsicherheit überfordert ihn. Beides führt zu Problemen.

Die ersten Monate

Sozialisierung. Zwischen der achten und sechzehnten Woche prägt sich, was später normal ist – Menschen, Geräusche, Untergründe, andere Hunde, Stadt und Land.

Bewegung. Als Faustregel etwa fünf Minuten je Lebensmonat pro Gang. Treppen und Sprünge meiden, solange die Wachstumsfugen offen sind.

Regeln von Anfang an. Was beim Welpen niedlich ist, ist beim 40-Kilo-Hund ein Problem – Anspringen und Zwicken gehören von Beginn an unterbunden.

Hundeschule. Bei dieser Rasse nicht optional. Eine Schule, die mit positiver Verstärkung arbeitet, ist die richtige Wahl.

Gesundheit

Dilatative Kardiomyopathie. Die wichtigste Erkrankung der Rasse – eine Herzmuskelerkrankung, die häufig vorkommt und lange unbemerkt bleibt. Seriöse Zuchtverbände fordern regelmäßige Herzuntersuchungen der Zuchttiere; Besitzer sollten jährliche Kontrollen einplanen.

Von-Willebrand-Erkrankung. Eine erbliche Gerinnungsstörung, per Gentest nachweisbar.

Halswirbelinstabilität und Hüftdysplasie kommen ebenfalls vor.

Beim Kauf gehören Untersuchungsnachweise der Elterntiere dazu – ohne sie sollte man nicht kaufen.

Kupieren

Das Kupieren von Ohren und Rute ist in Deutschland verboten. Hunde mit kupierten Ohren stammen aus dem Ausland; ihre Einfuhr und Ausstellung sind rechtlich beschränkt.

Ein Dobermann mit Hängeohren und langer Rute ist der gesetzeskonforme Normalfall.

Rechtliches

Mehrere Bundesländer führen den Dobermann auf Rasselisten oder verlangen Sachkundenachweise, Wesenstests oder Erlaubnisse. Die Regelungen unterscheiden sich stark.

Zu klären ist das vor dem Kauf bei der zuständigen Gemeinde – auch wegen Hundesteuer und Haftpflichtversicherung.

Häufige Fragen

Ist ein Dobermann ein Anfängerhund?

Nur mit fachlicher Begleitung. Die Rasse verzeiht Erziehungsfehler schlecht.

Wie groß wird er?

Rüden 68 bis 72 Zentimeter, Hündinnen 63 bis 68 Zentimeter.

Ist er ein Familienhund?

Bei guter Sozialisierung ja – er bindet sich eng an die Familie.

Wie alt wird er?

Etwa 10 bis 12 Jahre.

Dieser Text ersetzt keine tierärztliche Beratung.

Quellen

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