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Kurzantwort: Als besonders familienfreundlich unter den großen Rassen gelten unter anderem Golden Retriever, Berner Sennenhund, Irish Setter und Riesenschnauzer. Alle vier gelten als menschenbezogen und in der Regel gut verträglich mit Kindern, unterscheiden sich aber deutlich in Bewegungsbedarf und rassetypischen Gesundheitsrisiken.
Ein großer Hund bedeutet nicht automatisch mehr Aufwand als ein kleiner – aber er bedeutet andere Anforderungen: mehr Platz, mehr Futter, und im Ernstfall auch mehr Kraft, die ein Halter kontrollieren können muss.
Die folgenden vier Rassen zählen zu den beliebtesten großen Familienhunden in Deutschland, mit jeweils eigenem Profil.
Gemeinsam ist ihnen eine grundsätzlich freundliche Grundhaltung gegenüber Menschen, die sie zu beliebten Familienrassen macht – die Unterschiede zeigen sich vor allem im Bewegungsbedarf und in rassetypischen Gesundheitsrisiken.
Golden Retriever: der Klassiker unter den Familienhunden
Der Golden Retriever wurde im 19. Jahrhundert in Schottland von Lord Tweedmouth gezielt als Apportierhund für die Wasserjagd gezüchtet. Die FCI führt ihn in Gruppe 8 (Apportierhunde). Rüden erreichen eine Schulterhöhe von 56 bis 61 cm.
Sein freundliches, geduldiges Wesen gegenüber Kindern hat ihn zu einer der beliebtesten Familienrassen weltweit gemacht. Ohne regelmäßige Beschäftigung und Bewegung wird ein Golden Retriever allerdings schnell übergewichtig – die Rasse frisst in der Regel gerne und viel.
Sein weiches Maul, das ursprünglich zum schonenden Apportieren von Wasserwild gezüchtet wurde, zeigt sich im Alltag oft als Vorliebe dafür, ständig irgendeinen Gegenstand im Fang zu tragen – ein typisches, meist harmloses Rasseverhalten.

Berner Sennenhund: sanft, aber gesundheitlich anfällig
Der Berner Sennenhund stammt aus dem Kanton Bern in der Schweiz, wo er ursprünglich als Zug-, Hof- und Wachhund auf Bauernhöfen diente. Die FCI führt ihn in Gruppe 2 als Schweizer Sennenhund. Mit 64 bis 70 cm Schulterhöhe bei Rüden zählt er zu den großen Rassen.
Sein ruhiges, anhängliches Wesen macht ihn beliebt bei Familien – allerdings gilt die Rasse im Vergleich zu anderen großen Hunden als eher kurzlebig, unter anderem wegen einer erhöhten Anfälligkeit für bestimmte Krebserkrankungen. Wer sich für die Rasse entscheidet, sollte einen Züchter wählen, der die Gesundheit der Zuchtlinien dokumentiert.
Der markante dreifarbige Fellzeichnung aus Schwarz, Rostbraun und Weiß ist rassetypisch und in dieser Kombination unter den Schweizer Sennenhunden einzigartig. Trotz seiner Größe gilt der Berner Sennenhund im Bewegungsbedarf als gemäßigter als viele andere große Rassen.
Irish Setter: viel Energie, viel Zuneigung
Der Irish Setter stammt aus Irland und wurde als Vorstehhund für die Jagd auf Federwild gezüchtet. Sein rotes, seidiges Fell und seine Schulterhöhe von 58 bis 67 cm machen ihn unverwechselbar. Die FCI führt ihn in Gruppe 7.
Im Wesen gilt er als überschwänglich freundlich, auch gegenüber Fremden – kein Wachhund, dafür ein Hund mit hohem Bewegungsbedarf. Ohne ausreichend Auslauf wird ein Irish Setter schnell übermütig und schwer lenkbar.
Gerade jungen Familien mit wenig Hundeerfahrung wird der Irish Setter gelegentlich unterschätzt: Sein verspieltes Auftreten täuscht leicht über den tatsächlichen täglichen Bewegungsbedarf hinweg, der deutlich über dem eines gemütlichen Spaziergangs liegt.
Riesenschnauzer: kräftig und arbeitsfreudig
Der Riesenschnauzer stammt aus Süddeutschland, wo er ursprünglich Viehherden trieb und als Wachhund auf Bauernhöfen und in Brauereien diente. Mit 60 bis 70 cm Schulterhöhe zählt er zu den größeren Schnauzer-Varianten. Die FCI führt ihn in Gruppe 2.
Der Riesenschnauzer gilt als sehr intelligent und arbeitsfreudig, braucht aber konsequente Führung und geistige Beschäftigung – reines Gassigehen reicht dieser Rasse auf Dauer nicht aus.
Historisch war der Riesenschnauzer außerdem als Polizei- und Schutzhund im Einsatz, ein Erbe, das sich bis heute in seiner Lernfähigkeit und seinem ausgeprägten Beschützerinstinkt gegenüber der eigenen Familie zeigt.
Was große Familienhunde gemeinsam brauchen
Alle vier Rassen profitieren von einem Wachstum ohne Überlastung der Gelenke im Welpenalter – ein Punkt, den seriöse Züchter großer Rassen von sich aus ansprechen. Auch der Platzbedarf im Alltag sollte realistisch eingeplant werden, etwa im Auto oder in kleineren Wohnungen.
Kinder sollten von Anfang an lernen, auch einen freundlichen großen Hund nicht zu überfordern – etwa durch ständiges Ziehen an Fell oder Rute, das selbst der geduldigste Hund irgendwann nicht mehr toleriert.
Umgekehrt gilt dasselbe: Ein großer Hund, der nicht gelernt hat, seine Kraft zu dosieren, kann auch ohne böse Absicht ein kleines Kind versehentlich umstoßen. Übungen zu ruhigem Verhalten in Kindernähe gehören deshalb früh in die Grunderziehung.
Ein durchdachter Welpenkurs, der genau diese Situationen gezielt übt, zahlt sich bei großen Rassen langfristig mehr aus als jede spätere Nachschulung eines bereits erwachsenen Hundes.
Futterkosten und Tierarztbudget realistisch kalkulieren
Ein großer Hund frisst deutlich mehr als ein kleiner, und auch Medikamentendosen sowie manche tierärztliche Eingriffe werden nach Körpergewicht berechnet. Wer sich für eine der vier Rassen entscheidet, sollte diese laufenden Kosten von Anfang an ins monatliche Budget einplanen, nicht erst beim ersten größeren Tierarztbesuch nachrechnen.
Transport und Alltagslogistik
Ein ausgewachsener Golden Retriever oder Berner Sennenhund passt nicht in jedes Auto und nicht auf jeden Rücksitz. Wer regelmäßig mit dem Hund unterwegs ist, sollte vorab klären, ob Kofferraum oder eine spezielle Transportbox ausreichend Platz bieten – nachträglich lässt sich das kaum noch ändern.
Auch im öffentlichen Nahverkehr, in Restaurants oder bei Übernachtungen im Urlaub gelten für große Hunde häufig andere Regeln als für kleine – ein Punkt, der schon bei der Rassewahl mitbedacht werden sollte, wenn der Hund später viel begleiten soll.
Eine passende Transportbox oder ein stabiles Trenngitter im Kofferraum sollte deshalb schon vor dem Einzug des Welpen angeschafft werden, statt erst nach dem ersten unruhigen Autofahrten-Erlebnis nachzurüsten.
Wer regelmäßig verreist, sollte zudem frühzeitig klären, welche Unterkünfte große Hunde akzeptieren – die Auswahl ist spürbar kleiner als bei kleinen Rassen und sollte die Urlaubsplanung nicht erst im letzten Moment überraschen.
Quellen
- Wikipedia: Golden Retriever
- Wikipedia: Berner Sennenhund
- Wikipedia: Irish Setter
- Wikipedia: Riesenschnauzer
Tim Bahr arbeitet fuer hunde-gesundheit.net mit Zuchtverbaenden und Fachpraxen zusammen.

Tim hat seit Jahren Katzen im Haus und schreibt über Futter, Gewohnheiten und kleine Warnzeichen. Klare Antworten auf einfache Fragen.







